Ein einstündiges Shooting zwischen Strand, Hotel und Straße

Ein einstündiges Shooting an drei Locations ist die Anfrage, die Urlaubsfotografen in Pattaya am häufigsten bekommen. Der Kunde möchte „ein bisschen am Meer, ein bisschen am Hotel, ein bisschen in der Stadt“. Auf dem Papier klingt das nach Abwechslung. In der Praxis ist es ein eng getakteter Einsatz, der selten gut ausgeht, wenn der Fotograf keine Erfahrung mit dem kurzen Format hat.

Eine Stunde sind nicht drei Zwanzig-Minuten-Blöcke. Es sind 25–30 Minuten reine Aufnahmezeit plus die Zeit für die Wege, das wechselnde Licht und die Koordination aller Beteiligten. Die meisten öffentlichen Portfolios zeigen, was bei einem idealen einstündigen Shooting herauskommt (ein gut ausgesuchtes Paar, erfahrene Models, perfektes Licht). Ein echtes Familien- oder Kundenshooting mit echten Menschen ist im selben Zeitfenster schwieriger.

Was in einer Stunde Zeit frisst

Der Weg von Location zu Location. Vom Hotelpool zum Strand sind es 5–10 Minuten zu Fuß. Vom Strand zu einer Location auf der Straße sind es noch einmal 10–15 Minuten, zu Fuß oder mit dem Roller. Mit Zusammenpacken und Aufbrechen verlieren Sie bei drei Locations in einer Stunde 20–30 Minuten allein auf den Wegen. Für die Locations selbst bleiben 30–40 Minuten, also 10–12 pro Ort, samt Koordination und Verzögerungen; die reine Aufnahmezeit ist noch kürzer. Als Faustregel gilt: Sind es bis zum nächsten Ort mehr als 15 Minuten zu Fuß, braucht es ein Fahrzeug, oder die Route muss umgeplant werden.

Umstellung auf eine andere Art von Aufnahmen. Paaraufnahmen am Pool verlangen andere Posen als am Strand, und auf der Straße wieder andere. Jede Umstellung kostet 2–3 Minuten für Abstimmung und Eingewöhnung.

Lichtwechsel. Fällt das Shooting in die Übergangsstunde zwischen Tag und Abend (im Winter 16:30–17:30 Uhr, im Sommer eine halbe bis eine Stunde später), ändert sich das Licht alle fünfzehn Minuten merklich. Die Bilder vom Anfang sehen dann anders aus als die vom Ende. Das ist kein Problem, wenn der Fotograf es im Griff hat, aber er muss nachjustieren.

Die Verfassung der Kunden. Bei drei Locations in einer Stunde sind die meisten Kunden gegen Ende müde, vor allem Kinder. Die letzte Location fällt oft schwächer aus als die ersten beiden: Die Gesichter sind angespannter, die Posen schlechter.

Unvorhergesehene Verzögerungen. Der eine muss zur Toilette, die andere bleibt an einem Laden hängen, der dritte bekommt einen Anruf. Das kostet unverhältnismäßig viel Zeit.

Wann ein einstündiges Shooting funktioniert

Szenario 1: Eng gefasste Aufgabe, Fokus auf eine Location. Eine Stunde ist viel Zeit für eine einzige Location. Man kann sorgfältig arbeiten, verschiedene Posen ausprobieren und dem Kunden Zeit geben, locker zu werden. Sechzig Minuten am Strand bei gut gewähltem Licht sind besser als 20+20+20 Minuten Hetze zwischen den Orten.

Szenario 2: Die Anlage eines soliden Hotels. Liegen alle Orte innerhalb einer guten 4–5-Sterne-Anlage (Pool, Lobby, Garten, Strandzugang), fallen die Wege fast weg, und in ein bis zwei Stunden kommen viele abwechslungsreiche, gute Bilder zusammen. Auch für sich allein funktioniert die Stunde um den Sonnenuntergang: Das Wasser in Pattaya ist nicht klar, nimmt aber, wenn die Sonne untergeht, die Farbe des Himmels an und sieht schön aus – vorausgesetzt, der Fotograf kann mit entfesseltem Blitz arbeiten.

Szenario 3: Erfahrener Fotograf mit striktem Plan. Er kennt vorab die Route, die Stellen an jeder Location und die Reihenfolge der Bilder. Vor dem Shooting geht er die Stunde im Kopf als Storyboard durch. Bei Urlaubsshootings ist das selten, unter Profis kommt es aber vor.

Szenario 4: Vorbereitete Kunden. Wenn die Kunden genau wissen, was sie wollen und zu welchen Posen sie bereit sind, und wenn sie schnell umschalten, ist eine Stunde mit drei Locations möglich.

Wann ein einstündiges Shooting nicht funktioniert

Große Familie mit Kindern. Mit Kindern steht die zweite Hälfte einer Stunde mit drei Locations garantiert im Zeichen der Müdigkeit. Besser ist eine Stunde an einer einzigen Location.

Kunden, die die Kamera nicht gewohnt sind. Es dauert 10–15 Minuten, bis sich die Verkrampfung löst. Zieht der Fotograf in dieser Zeit schon zur zweiten Location weiter, wird der Kunde gar nicht erst locker.

Mittagsshooting. In der Mittagshitze sind drei Locations in einer Stunde eine körperliche Strapaze. Dann lieber kürzer und unter kontrollierten Bedingungen.

Starker Wind oder Regen. In Pattaya können die Regenzeit (Mai–Oktober) und starker Wind den Teil am Strand zum Problem machen. Ein Plan mit drei Locations fällt oft in sich zusammen.

Wie Sie das mit dem Fotografen besprechen

Fragen Sie nach seinem Plan. „Wir möchten eine Stunde mit drei Locations“ ist eine Anfrage. Der Fotograf sollte darauf mit einem Plan antworten: wo wir anfangen, wo wir aufhören, wie viele Minuten es pro Ort sind, wie wir von einem zum nächsten kommen und was wir tun, wenn wir in Verzug geraten. Lautet die Antwort „Keine Sorge, das schaffen wir schon“, hat er keinen Plan, und das Shooting wird chaotisch.

Fragen Sie nach einem Zeitpuffer. Ein guter Fotograf schlägt 90 statt 60 Minuten vor, wenn es wirklich drei Orte sein sollen. Die zusätzliche halbe Stunde zahlt sich aus, weil das Shooting ruhiger verläuft. Stimmt der Fotograf einer Stunde ohne Diskussion zu, hat er entweder Erfahrung mit schnellem Arbeiten – oder er denkt nicht mit.

Fragen Sie nach Kindern oder eingeschränkter Mobilität. Ist ein Kind dabei, ein älterer Mensch oder jemand, der nicht gut zu Fuß ist, sieht die Rechnung anders aus. Für eine solche Gruppe funktioniert eine Stunde mit drei Locations meist nicht.

Fragen Sie nach dem Wetter. Was passiert, wenn es während des Shootings regnet? Bietet der Fotograf als Hauptlocation nur den Strand an und hat keinen Ausweichplan, ist das ein Risiko.

Worauf Sie im Portfolio achten sollten

Serien eines Kunden an mehreren Locations. Ein starker Fotograf, der Routen mit mehreren Locations beherrscht, zeigt keine verstreuten Einzelbilder aus verschiedenen Shootings, sondern vollständige Serien eines einzigen Tages: der Kunde erst hier, dann dort, dann wieder woanders. In öffentlichen Portfolios ist das selten (wegen der Privatsphäre der Kunden), kommt aber gelegentlich vor.

Verschiedene Lichtsituationen nebeneinander. Bilder bei Tag mit dem Meer im Hintergrund, Bilder in einer Hotellobby, Bilder abends auf der Straße, und alle in derselben Bildsprache. Das zeigt, dass der Fotograf unter verschiedenen Bedingungen seine Linie hält.

Die Qualität fällt zum Ende der Serie nicht ab. In starken Portfolios sind die letzten Bilder einer Serie genauso gut wie die ersten. In schwachen lässt die Qualität zur dritten oder vierten Location hin sichtbar nach.

Eine realistische Alternative

Probieren Sie statt einer Stunde mit drei Locations eine dieser Varianten:

Eine Stunde mit drei Locations ist technisch möglich, das Ergebnis ist aber ein Kompromiss. Aus diesem Mittelweg wird oft ein „Wir wollten alles schaffen, es hat nicht geklappt“, und die fertige Serie fällt ungleichmäßig aus.