Was in die erste Nachricht an einen Fotografen gehört

Die meisten ersten Nachrichten an Fotografen sehen so aus: „Was kostet ein Fotoshooting?“ Manchmal steht ein Datum dabei, manchmal die Dauer, manchmal heißt es „1 Stunde Familienshooting, am Dienstag“.

Und dann gibt es die Nachrichten, die von vornherein verloren haben: „Wir haben Ihre Preise gesehen und buchen, wenn Sie es für ein Drittel machen“; „Geht auch ein Shooting von 15 Minuten?“; „Ich habe 350 Follower auf Instagram, geht es auch kostenlos, wenn ich Sie in der Bildunterschrift erwähne?“ Solche Nachrichten klickt ein Fotograf weg, ohne lange hinzusehen, denn dahinter steht die Haltung, seine Arbeit kaufe man wie einen Kaffee zum Mitnehmen.

Aber auch das schlichte „Was kostet ein Fotoshooting?“ ist eine schlechte Art, anzufragen. Nicht, weil Sie höflicher sein müssten, sondern weil eine solche Frage dem Fotografen zu wenig verrät, um genau zu antworten. Sie bekommen dann entweder eine Standardantwort (die Preisliste ohne Bezug zu Ihrem Vorhaben) oder Rückfragen (der Fotograf muss Ihnen die Einzelheiten aus der Nase ziehen) oder gar keine Antwort (er versteht nicht, was Sie genau brauchen, und beschließt, nicht zu antworten).

Eine gute erste Nachricht ist kein langer Brief. Sie enthält, klar geordnet, die Fakten, mit denen der Fotograf in einer Minute versteht, worum es geht, und sinnvoll antworten kann.

Was in die erste Nachricht gehört

Wer. Wie viele Personen, in welchem Alter, ob Kinder dabei sind, ältere Angehörige oder jemand mit eingeschränkter Mobilität. Also nicht „eine Familie“, sondern „ein Paar Mitte 30 mit zwei Kindern, vier und sieben Jahre alt“. Das ändert alles: Format, Tempo, Location, Dauer.

Was. Die Art des Shootings. Statt „Fotoshooting“ schreiben Sie „Familienshooting“, „Heiratsantrag“, „Business-Porträt“, „Hochzeitsreportage“ oder „Wohnungsfotos für den Verkauf“. Jedes davon verlangt ein eigenes Können, und der Fotograf muss sofort erkennen, ob Ihr Anliegen in sein Fachgebiet fällt.

Wann. Datum und gewünschte Uhrzeit. Wenn Sie flexibel sind, schreiben Sie das dazu. „Mittwochnachmittag“ ist besser als „am Mittwoch“, „18. März, am liebsten morgens“ besser als „zwischen dem 17. und 20. März“. Mit einer genauen Angabe kann der Fotograf gleich zusagen oder sofort schreiben „bin nur abends frei“, und Sie sparen sich drei Runden Hin und Her.

Wo. Location oder Gegend. Wenn Sie sich noch nicht festgelegt haben, nennen Sie Ihre Einschränkungen: „rund um Jomtien“, „in der Nähe des Centara Grand Mirage“, „ohne das Zentrum zu verlassen“. So kann der Fotograf die Logistik einschätzen.

Dauer. Wie viele Stunden Sie einplanen. Wenn Sie unsicher sind, bitten Sie um eine Empfehlung. „Wir denken an 1–2 Stunden, was würden Sie für so ein Shooting empfehlen?“ ist besser als „1 Stunde“, wenn Sie gar nicht wissen, ob das reicht.

Wofür. Was Sie mit den Bildern vorhaben. Das private Album verlangt ein Format, Social Media ein anderes, die Firmenwebsite ein drittes, gedruckte Werbung ein viertes. Danach richten sich die Nachbearbeitung und die Art der Aufnahmen.

Budgetrahmen. Keine genaue Zahl (die schwächt Ihre Verhandlungsposition), aber eine Größenordnung: „bis 10 000 Baht“ oder „je nach Umfang, wir sind offen für Vorschläge“. Wenn Sie den Markt kennen und ein festes Budget haben, nennen Sie es. Das spart beiden Seiten Zeit, falls der Fotograf darüber liegt.

Beispiel für eine gute Anfrage

Guten Tag.

Wir sind ein Paar Anfang 30, vom 18. bis 25. März in Pattaya und wohnen im Centara Grand Mirage. Wir möchten gern ein Paarshooting: Lifestyle, natürliche Bilder, wenig gestellt. Am liebsten bei Sonnenuntergang, am Hotelstrand oder in der Nähe.

Dauer 1–1,5 Stunden, Bilder für ein privates Album und Instagram.

Budgetrahmen 8000 – 15 000 Baht, je nach Umfang. Schreiben Sie uns bitte, ob Sie in diesem Zeitraum noch Termine frei haben und was Sie vorschlagen würden.

Damit hat der Fotograf alles, was er für eine sinnvolle Antwort braucht: Art des Shootings, Personen, Zeitraum, Ort, Stil, Dauer, Verwendung, Budgetrahmen. Die Antwort kommt meist innerhalb weniger Stunden und enthält ein konkretes Angebot statt Rückfragen.

Was nicht hineingehört

Lange Einleitung. „Hallo, wir haben Ihr Portfolio auf Instagram gesehen und es hat uns sehr gefallen …“ ist höflich, kostet aber unnötig Platz. Kommen Sie gleich zur Sache.

Reisegeschichte. „Wir sind gestern gelandet, es war anstrengend, das Kind ist müde …“ – der Fotograf ist kein Arzt. Solche Informationen helfen beim Shooting selbst, nicht in der ersten Nachricht.

Mehrere Varianten auf einmal. „Wir denken an den Strand am Mittwoch oder an den Pool am Freitag oder vielleicht an die Stadt am Samstag …“ Damit laden Sie dem Fotografen die Arbeit auf, für Sie zu entscheiden. Legen Sie besser erst fest, was Sie fragen wollen: entweder „Sind Sie an diesen drei Terminen frei?“ oder „Was würden Sie für dieses Format empfehlen?“

Links zu fremden Portfolios. „Wir möchten Bilder wie bei diesem Fotografen“ ist ein zwiespältiges Signal. Zwar ist damit klar, was Sie wollen, zugleich bitten Sie aber darum, einen fremden Stil zu kopieren, und das wird ein professioneller Fotograf nicht tun (und soll es auch nicht). Beschreiben Sie es besser in Worten: „warmer, heller Stil, natürliche Posen, keine kräftigen Farben“.

Feilschen, bevor ein Angebot vorliegt. „Bei anderen haben wir es günstiger gesehen, geben Sie uns einen Rabatt?“ ist in der ersten Nachricht ein schlechter Einstieg. Holen Sie erst von jedem Fotografen ein Angebot ein und vergleichen Sie dann.

Was die Antwort über den Fotografen verrät

Reaktionszeit. Fast alle antworten innerhalb eines Tages, meist am späten Abend oder am Morgen, wenn jeder aufs Handy schaut. Ist auch nach 24 Stunden keine Antwort da, ist der Fotograf entweder stark ausgelastet (und kann Ihren Termin vielleicht gar nicht übernehmen) oder er behält seine Nachrichten nicht im Blick.

Inhalt. Eine gute Antwort geht auf Ihr Vorhaben ein und ist keine allgemeine Preisliste. Stellt der Fotograf Rückfragen, ist das ein gutes Zeichen: Er denkt sich in Ihre Anfrage hinein. Antwortet er nur mit einer Zahl, arbeitet er nach Schema F.

Aufbau des Angebots. Ein professionelles Angebot nennt Dauer, Location (vorgeschlagen oder bestätigt), Anzahl der fertigen Bilder, Art der Bearbeitung, Lieferfrist, Preis und Zahlungsweise (alles auf einmal oder mit Anzahlung). Bei einem seriösen Fotografen ist das eine ausführliche Leistungsbeschreibung, nicht selten mehrere Seiten lang, mit Angaben zu Zeitplan, Qualität und Konditionen. Schreibt ein Fotograf nur „1 Stunde 12 000 Baht“, ist das ein Zeichen für eine wenig strukturierte Arbeitsweise.

Ton. Profis schreiben ruhig und sachlich. Übertriebene Vertraulichkeit, Emojis in jeder Nachricht, Drängen auf eine schnelle Antwort sind leichte Warnzeichen. Sie schließen einen Fotografen nicht aus, sollten Sie aber stutzig machen.

Eingehen auf Besonderheiten. Haben Sie ein Kind erwähnt und sagt der Fotograf in seiner Antwort nichts dazu, hat er nicht aufmerksam gelesen. Greift er es auf und schlägt eine Anpassung vor (ein kürzeres Format, eine passende Uhrzeit), denkt er mit.

Sprache und Messenger

In Pattaya sind Fotografen über unterschiedliche Messenger zu erreichen, und am bequemsten schreiben Sie gleich dorthin, wo der jeweilige Fotograf zu Hause ist. Asiaten in der ganzen Region nutzen Line; bei Chinesen kommt zuerst WeChat (darüber läuft oft alles, bis hin zur Bezahlung), bei Koreanern KakaoTalk. Europäer nutzen WhatsApp, Russischsprachige Telegram; wer schon lange in der Region arbeitet, antwortet meist auch über WhatsApp. Zu den Sprachen: Thailändische Fotografen sprechen Thai und einfaches Englisch, internationale Teams Englisch und dazu ihre Muttersprache. Sprechen Sie eine andere Sprache besser als Englisch, schreiben Sie einem Fotografen, der sie auch spricht, und jagen Sie den Text nicht durch ein Übersetzungsprogramm. Spielt die Sprache keine Rolle, haben Sie auf Englisch mehr Auswahl.

Die Qualität der Nachrichten ist ein Signal für sich. Arbeitet ein Fotograf in mehreren Sprachen, sollte seine Antwort in der Sprache, in der Sie ihm schreiben, fehlerfrei sein. Eine fehlerhafte maschinelle Übersetzung zeigt, dass er die Sprache nicht fließend beherrscht, und das kann die Abstimmung beim Shooting selbst erschweren.

Wonach Sie ohne Scheu fragen können

Nach der Ausrüstung. „Mit welcher Kamera arbeiten Sie, und welche Objektive nehmen Sie für Paarshootings?“ ist eine normale Frage für einen Kunden, der es ernst meint. Ein Profi beantwortet sie ohne Weiteres. Lautet die Antwort „Machen Sie sich um die Ausrüstung keine Gedanken“ oder bleibt sie vage, ist das ein Warnsignal.

Nach der Erfahrung. „Wie lange arbeiten Sie schon in Pattaya?“, „Wie viele Hochzeiten haben Sie fotografiert?“, „Können Sie als Beispiel die vollständige Serie eines Kunden zeigen?“ Das sind normale Fragen. Ein schwacher Fotograf ist vielleicht gekränkt, ein starker antwortet gelassen.

Nach den Bedingungen. „Was ist, wenn es regnet?“, „Lässt sich der Termin verschieben?“, „Wie regeln Sie die Rückerstattung, wenn das Shooting ausfällt?“ – das sind geschäftliche Fragen. Klären Sie das lieber vorher als erst dann, wenn das Problem da ist.

Die erste Nachricht ist schon der erste Schritt des Shootings: Nach ihr entscheidet der Fotograf, ob er sich in Ihr Vorhaben hineindenkt oder einen Textbaustein schickt.